Anatomie Mensch –
Organe im Bauch

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Korrosionspräparat Gefäße der Leber

Die Anwendung von Ausgusstechniken ermöglicht es, z.B. den Verlauf von Gefäßen und ihr Verzweigungsmuster innerhalb eines Organs darzustellen. Bei den modernen Verfahren werden farbige Kunststoffe zur Injektion benutzt, die später erhärten und nach Auflösung der umliegenden Gewebe (Korrosion) die Anordnung der injizierten Gefäße zeigen. Von der Leber ist bekannt, dass die äußerlich sichtbare Gliederung in den rechten und linken Leberlappen und den Lobus caudatus sowie den Lobus quadratus an der Eingeweidefläche nicht der inneren Gliederung des Organs entspricht. Diese wird durch den Verlauf der Blutgefäße innerhalb der Leber bedingt. Auch die weitere Unterteilung der Leberlappen in die Lebersegmente ist äußerlich nicht erkennbar. Die segmentale Gliederung der menschlichen Leber wird durch die innere Anordnung der Pfortaderverzweigungen hervorgerufen.

Korrosionspräparat Korrosion der Gefäße Lebergefäße der Leber Hepar

Korrosionspräparat der Leber (Hepar) von vorn, das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und die größte Drüse im menschlichen Körper.

Die makroskopisch-anatomische Lappeneinteilung richtet sich dagegen nach äußeren Merkmalen, wie die Ausbildung von Furchen und Bauchfellabschnitten. Durch eine Injektion in die Pfortader wird ihr ausgedehntes Verzweigungsgebiet innerhalb der Leber dargestellt. Die Pfortader (V. portae) führt das Blut aus den unpaaren Bauchorganen zur Leber. Sie tritt an der Leberpforte (Porta hepatis) in das Organ ein und teilt sich nach kurzem Verlauf in einen rechten und linken Ast (Ramus dexter et sinister V. portae).

Die Versorgungsgebiete beider Äste sind annähernd gleich groß und unterscheiden sich deutlich von der durch den Verlauf des sichelförmigen Leberbandes (Lig. falciforme hepatis) markierten Lappengrenze. Die Verzweigungen des rechten und linken Pfortaderastes und ihre entsprechenden Versorgungsgebiete werden von einer Linie begrenzt, die annähernd der Verbindung zwischen der Gallenblase und der unteren Hohlvene entlang der Eingeweidefläche der Leber entspricht. Der Lobus caudatus und der Lobus quadratus erhalten somit Verzweigungen aus dem linken Ast der Pfortader. Die Lebersegmente werden danach entsprechend der nachfolgenden Aufteilung des rechten und linken Pfortaderastes abgegrenzt. Durch die gleichzeitige Verwendung mehrerer, unterschiedlich gefärbter Injektionsmittel lassen sich die Leberarterien und die ableitenden Gallenwege sowie die Gallenblase an einem Ausgusspräparat darstellen. Die Lebergänge (Ductus hepaticus dexter et sinister) haben eine Länge von 25-30 mm. Der rechte führt die Galle aus dem Lobus dexter und Lobus quadratus, der linke vom Lobus sinister und Lobus caudatus zur Leberpforte. Aus der Vereinigung beider Lebergänge entsteht unterhalb der Leberpforte der 4-6 cm lange gemeinsame Lebergang (Ductus hepaticus communis).

Anatomie Gallengänge und Gallenblase

Durch seine annähernd spitzwinklige Vereinigung mit dem Gallenblasengang (Ductus cysticus), der 3-4 cm lang ist und die Verbindung zur Gallenblase herstellt, bildet sich neben der Leberpforte der Gallengang (Ductus choledochus). Dieser 5-8 cm lange, große Gallengang liegt im Lig. hepatoduodenale des kleinen Netzes, verläuft dorsal vom Zwölffingerdarm (Duodenum) und mündet auf der Papilla duodeni major.
Die Gallenblase (Vesica fellea), ein birnenförmiges Hohlorgan, ist beim Erwachsenen etwa 6 bis 10 cm lang und weniger als 4 cm breit. Sie befindet sich in der Gallenblasengrube (Fossa vesicae biliaris) der Unterseite der Leber zwischen derem Lobus quadratum (quadratischer Lappen) und Lobus dexter (rechter Lappen) an, kann aber auch vom Gewebe der Leber umschlossen sein. Nach kaudal (schwanzwärts) steht das Organ in Beziehung zur Flexura coli dextra, der rechten Biegung des Dickdarms (Colon), was bei Entzündungen zu Verwachsungen zwischen den beiden Organen führen kann (biliodigestive Fistel). Dorsal (rückenwärts) befindet sich die Gallenblase nach medial in unmittelbarer Nähe der Pars superior des Zwölffingerdarms (Duodenum). Ihr Stiel, der Ductus cystieus, ist gleichzeitig Ein- und Austritt für die Galle. Die Gallenblase hat ein Fassungsvermögen von etwa 40 ml Gallenflüssigkeit. Ihr blindes Ende, der Fundus, berührt in der Regel die Bauchdecken von innen und kann unterhalb des rechten Rippenbogens getastet werden.



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Bilder: © Frank Geisler 2015

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Links zum Thema Leber und Gallenblase:

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