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Harnblase, Harnleiter und Samenleiter beim Mann

Die Lagebeziehungen der meisten Organe im männlichen Becken sind erst nach der Entfernung des Mastdarmes von dorsal zu erkennen.
Die leere Harnblase (Vesica urinaria) liegt hinter den Schambeinen und der Schambeinfuge (Symphysis pubis). Ihre obere Wand wird noch vom Bauchfell bedeckt, so dass eine quere Falte entsteht. Es reicht dorsal fast bis zur Einmündungsstelle der beiden Harnleiter (Ureter dexter et sinister) und schlägt dann auf die Vorderfläche des Mastdarms über. Die Vertiefung beim Übergang heißt Excavatio rectovesicalis und ist die tiefste Stelle der Bauchfellhöhle des Mannes. Die Harnleiter sind etwa 30 cm lang, verlaufen retroperitoneal und unterkreuzen dicht neben der Harnblase beidseitig die Samenleiter. Sie münden von dorsal in die Harnblase ein.
Anatomie Geschlechtsorgane beim Mann, Harnblase Vesica urinaria, Samenblase Bläschendrüse Glandula vesiculosa und Vorsteherdrüse Prostata

Dorsale Ansicht von Teilen der männlichen Beckenorgane nach Entfernung des Mastdarms: Harnblase (Vesica urinaria), paarig angelegte Samenbläschen (Glandula vesiculosa, Vesicula seminalis) Samenleiter (Ductus deferens), darunter Vorsteherdrüse (Prostata) mit Harnröhre (Urethra) und Glandulae bulbourethrales auf Harnröhrenschwellkörper.

Durch die Peristaltik der Harnleiter wird der Urin schubweise aus dem Nierenbecken in die Harnblase geleitet und hier bis zur Entleerung gesammelt. Allgemein kommt es bei einem Blaseninhalt von etwa 300 bis 350 ml zum Harndrang, obwohl willkürlich sogar die doppelte Menge zurückgehalten werden kann.

Samenleiter und Samenbläschen im männlichen Becken

Der Samenleiter (Ductus deferens) verläuft, nach dem er den Leistenkanal verlassen hat, bald separat im kleinen Becken und ist nach der Überkreuzung des Harnleiters erweitert (Ampulla ductus deferentis). An der Hinterfläche der Harnblase streben die Samenleiter aufeinander zu und erreichen die oberen Flächen der Samenbläschen (Vesiculae seminales). Letztere sind 6 bis 8 cm lang und gehören zu den inneren Geschlechtsorganen. Ihr Ausführungsgang vereinigt sich mit dem Samenleiter zum Spritzgang (Ductus ejaculatorius), der durch die Vorsteherdrüse zieht und in die Harnröhre mündet. Die Samenbläschen bilden ein alkalisches Sekret, das der Samenflüssigkeit beigegeben wird.

Vorsteherdrüse und Erkrankungen der Prostata

Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse und produziert einen Teil des Spermas. Sie liegt etwa 1,5 cm hinter der Schambeinfuge, unterhalb der Harnblase, und berührt den Beckenboden. Ihre hintere Fläche nähert sich stark der Vorderwand des Mastdarms und kann so vom Mastdarm aus getastet werde.
Mit der Schambeinfuge ist die Prostata durch ein Band, das Ligamentum puboprostaticum, verbunden. Die Prostata hat eine kastanienähnliche Form mit einer derb elastischen Konsistenz. Ihr Gewicht der beträgt ungefähr 20 g. Sie besteht aus etwa 30 bis 50 Einzeldrüsen - tubuloalveolären Drüsen. Sie umschließt vollständig die Pars prostatica der Harnröhre. Das alkalische Sekret der Prostata bildet die Hauptmenge der Samenflüssigkeit und unterstützt die Eiegnbeweglichkeit der Spermien. Krankhafte Veränderungen der Prostata können den normalerweise weiten Abschnitt der Harnröhre einengen und den Harnabfluss verhindern.
Eine Ablagerung von sog. Prostatasteinen ist möglich, wenn das Sekret dieser tubuloalveolären Drüse in den Ausführungsgängen eingedickt wird. Das bei vielen Männern jenseits des 40. Lebensjahres auftretende Prostataadenom betrifft die unmittelbare Nähe der Harnröhre und ist gutartig (benigne). Demgegenüber entsteht das bösartige (maligne) Prostatakarzinom häufiger in der Außenzone, wo sich die Hauptdrüsen unter Testosteroneinfluss befinden.
Im Anschluss an ihren Verlauf durch die Prostata durchbricht die Harn-Samen-Röhre den Beckenboden als Pars membranacea urethrae. Für diesen Abschnitt sind die erbsengroßen Glandulae bulbourethrales charakteristisch, die auch als Cowper-Drüsen bezeichnet werden. Sie münden aber erst unterhalb des Beckenbodens in den Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum). Ihr schleimiges Sekret wird noch vor der Ejakulation zur Erhöhung der Gleitfähigkeit der samenableitenden Wege abgesondert.



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Bilder: © Frank Geisler 2015

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