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Arthrose des Sprunggelenks, Fehlstellungen, Bandrekonstruktion, Versteifung und Prothese des Sprunggelenks

Als Sprunggelenk werden die zwei Hauptgelenke des Fußes bezeichnet, die sich aus folgenden Teilgelenken zusammensetzen: Oberes Sprunggelenk (Articulatio talocruralis), auch Fußgelenk genannt; unteres Sprunggelenk (Articulatio talotarsalis); vorderes unteres Sprunggelenk (Articulatio talocalcaneonavicularis); hinteres unteres Sprunggelenk (Articulatio subtalaris). Das Sprunggelenk erhält von verschiedenen Bändern seine Stabilität, die gleichzeitig den Schwachpunkt des Gelenks darstellen. Die Bänder können bei starker Belastung schnell überdehnen oder reißen.
Das Sprunggelenk ist komplex aufgebaut. Die obere Gelenkfläche des Sprunggelenks wird gebildet von zwei Knochen: dem Schienbein (Tibia) und dem Wadenbein (Fibula). Diese beiden Knochen werden durch die Syndesmosebänder stabil zusammengehalten und vereinen sich zu einer stabilen Gelenkfläche, die von oben das von unten kommende, im Fuß verankerte zapfen förmige Sprungbein (Talus) stabil umfasst.

Anatomie Fuß, Regio retromalleolaris fibularis des Fußes mit Sehnenscheiden

Regio retromalleolaris fibularis des Fußes mit Sehnenscheiden. Darstellung der Ferse mit Achillessehne und Schleimbeutel (Bursa).

Für Stabilität und Führung des Sprunggelenks sind die zahlreichen Außen- und Innen-Bänder unerlässlich. Medizinisch am auffälligsten sind die Außenbänder des Sprunggelenks (Ligamentum talofibulare anterius, Lig. talofibulare posterius). Diese Sprunggelenkbänder sind am häufigsten vom Umknickverletzungen und Außenbandriss betroffen Das menschliche Sprunggelenk bewältigt auf seiner 12 qcm großen Fläche einzigartige Belastungen beim Springen, Laufen und Gehen. Ist die natürliche Belastungslinie des Sprunggelenks durch Fehlstellung oder Bandverletzungen gestört, kann sich eine Arthrose des Sprunggelenks entwickeln. Schmerzen im Sprunggelenk und Instabilität können unbehandelt zu einer Versteifung oder sogar einer Behandlung durch ein künstliches Sprunggelenk (Sprunggelenkprothese) führen.

Fehlstellungen des Sprunggelenks können durch Wiederherstellung der natürlichen Führung des Sprunggelenks behoben werden

Nach konservativer Ausheilung von Außenbandrissen bleiben nach der Literatur in 10 bis 20 Prozent aller Fälle chronisch instabile Sprunggelenke zurück. Schmerzen im Sprunggelenk, Arthrose und dauerndes Umknicken können die Folge sein.
In der Anatomie des Sprunggelenks zeigt sich nach einem schlecht verheilten Abriss des vorderen Außenbandes (Ligamentum talofibulare anterius) eine charakteristische Veränderung: das unten liegende Sprungbein (Talus) weicht aus der Sprunggelenkgabel, die durch die von oben kommenden Schienbein und Wadenbein gebildet wird, nach vorne aus. Dieses Ausweichen des konischen Sprungbeinknochens führt zu einer vermehrten Belastung des inneren (medialen) Anteils des Sprunggelenk-Knorpel. Durch die nun rasch fortschreitende Abnutzung des inneren Sprunggelenkknorpel wird diese Varusfehlstellung des Sprunggelenks (Knickfuß) noch verstärkt. Je nach dem Stadium, indem die chronische Sprunggelenkinstabilität erkannt wird, hat der Orthopäde verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Außenbandplastik und Bandrekonstruktion kann die geschwächten natürlichen Bänder aus körpereigenem Material wieder herstellen. Nach genauer Analyse der Belastungslinien innerhalb des Gelenks kann der Sprunggelenkexperte auch durch Maßnahmen wie operativer Umstellung des Ferienbeins oder einer partikulären Umstellungsoperation (Umstellung innerhalb des Gelenks) die Varusfehlstellung - den Knickfuß- beseitigen. In vielen Fällen kann eine Wiederherstellung der natürlichen Belastungslinie ein Sprunggelenk vor der schon als sicher angenommenen Versteifung (Arthrodese) oder Operation einer Sprunggelenkprothese retten.

Sprunggelenkprothese oder Versteifung, wie kann das natürliche Gangbild erhalten bleiben?

Ist die Schädigung des Sprunggelenks durch Arthrose und Fehlstellung zu sehr fortgeschritten, kann die schmerzfreie Beweglichkeit des Sprunggelenks nur durch eine therapeutische Versteifung (Arthrodese) oder eine Prothese des Sprunggelenks erhalten werden. Bei der Arthrodese werden das unten liegende Sprungbein und die von oben kommenden Knochen von Schienbein und Wadenbein zu einer unbeweglichen Einheit verbunden. Das versteifte Sprunggelenk ist zwar schmerzfrei belastbar. Doch wird diese Belastbarkeit auf Kosten des natürlichen Gangbildes erzielt: die vertikale Beweglichkeit und das natürliche Abrollverhalten des Sprunggelenks werden bei einer therapeutischen Versteifung (Arthrodese) endgültig geopfert. Durch die erhöhte Belastung der umliegenden Kniegelenke, Hüftgelenke und Fußgelenke ist nach Versteifung innerhalb von zehn Jahren mit einer Begleitarthrose in diesen Gelenken zu rechnen. Näher an der natürlichen Beweglichkeit des Sprunggelenks kommt die Sprunggelenkprothese. Die natürliche Führung des Sprunggelenks durch Bänder und Muskeln bleibt beim künstlichen Sprunggelenk erhalten: Damit wird das natürliche Gangbild unterstützt. Sowohl das Abrollen des Fußes als auch die Seitwärtsbewegung im unteren Sprunggelenk sind möglich. Auch bei Versteifung und Sprunggelenkprothese ist die Analyse der Belastungslinien entscheidend. Auch bei einer Arthrodese oder einem künstlichen Sprunggelenk ist ein haltbares, gutes Ergebnis für den Patienten nur bei normaler Statik im Fuß- und Sprunggelenkbereich zu erzielen.

In Zusammenarbeit mit gelenk-doktor.de - Orthopäden in Freiburg

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Bilder: © Frank Geisler 2015

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Links zum Thema Fuß:

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Der Fuß und seine Teile


Fußgesundheit und Fußfehlstellungen

Hallux valgus, Schmerzhaftes Überbein

Spreizfuß, Verformungen des Vorderfußes